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Die Fischgrippe, wie sie entstand
Im Blog von Wesley Jackson, Assistent am Institut für Meeresbiologie der Universität Adelaide erschien vor kurzem ein interessanter Hinweis: Vereinzelte Exemplare des Thunfischs erkrankten an einem Virus, der zwei Jahre zuvor in einer lokalen Fischfarm des Markftührers United Fish mit Sitz in den USA entdeckt und wissenschaftlich beschrieben worden war. Die damals im “Journal of Marine Biology” publizierte Arbeit blieb weitgehend unbeachtet; die netroffene Fischpopulation wurde entsorgt, die Versicherung zahlte, der Fall war erledigt. Und der CEO von United Fish war froh, dass der Vorfall in keinem Börsennewsletter erwähnt wurde.
Diesmal lag der Fall anders: Thunfische wandern weit, werden auf der ganzen Welt verzehrt und die nicht verwerteten Überreste werden von den Fabrikschiffen über Bord geworfen oder in Fischfarmen zur Fütterung verwendet. Eine pandemische Verbreitung der Fischgrippe drohte, ein gefundenes Fressen für die Medien, die sich auf die neue Krankheit stürzten. Sie publizierten Weltkarten mit den Wanderungsrouten der Thunfische (rote Pfeile für infizierte Schwärme, blaue für solche ohne Ansteckung), Fachleute errechneten die Wanderungsgeschwindigkeit und bezifferten regionale Ansteckungsrisiken (10,2 für Tasmanien, 3,6 für die Seychellen), die Tourismusfachleute machten in TV-Interviews besorgte Gesichter.
Derweil verbreitete die WHO Communiqués: Nein, das Virus sei für den Menschen nicht gefährlich, eine Mutation aber nicht auszuschliessen und Baden in der Badewanne kein Risiko.
Als sich die Panik auf das aktuelle Niveau der Vogelgrippenangst zurückgebildet hatte, wurde glücklicherweise der erste Patient mit Verdacht auf Fischgrippe ins Spital von Colombo eingeliefert. Der Siebzehnjährige Shrabizaran Juwalabrasa war ein geübter Taucher. Die Ärzte vermuteten, dass das Virus durch die Ohren in den Körper eingedrungen sein. In die Talkshows von Hammerfest bis Patagonien wurden fortan immer auch Tauchlehrer eingeladen und der Preis für Badehosen-Optionen sank auf den tiefsten Stand seit 1922, als die Freikörper-Kultur Europa überschwappte. Als das für die Analyse zuständige Labor in London vermeldete, die in Juwalabrasa gefundenen Viren hätte eine untypische Gensequenz, stand die Welt bereits unter dem Fischgrippe-Schock und hörte nicht mehr zu.
Eine solche Pandemie, das ist wohl klar, ist immer auch ein grossartiges Geschäft. Das Int. Board of Fisheries (IBF) lancierte das Label ‹fish-grip-firendly› und beschränkte den Thunfischfang auf zertifizierte Flotten. Die Konzerne waren glücklich, die kleinen Fischer gingen ein, die von den Grossen längst gewünschte Bereinigung erfolgte fast automatisch.
Das ganz grosse Geschäft aber wurde mit Impfstoffen und Medikamenten gemacht. Die Präparate der beiden Konzerne Antiquartis (Tamiflop!) und Rache waren offenbar in der Lage, die Infektion durch das Virus, dessen Mutation zu einer für den Menschen gefährlichen Variante immer noch nicht eindeutig feststand, in einem frühen Stadium zu unterbinden. Staaten mit Meeranstoss bestellten Dosen für ihre gesamte Bevölkerung, Binnenstaaten etwas weniger. Die Golffreundschaft zwischen dem CEO von Antiquartis, dem Direktor des Institute for Marine Biology und dem Chef-Epidemiologen des amerikanischen Centers for Desease Control zahlte sich aus – milliardenschwer.
Als ein australischer Wissenschaftsjournalist in seinem Blog von einer alten Golffreundschaft zwischen dem Forschungsleiter von Antiquartis und dem Direktor des Institus für Meeresbiologie der Universität Adelaide berichtete, ging diese Nachricht in der Pandemie-Panik unter. Aus Deutschland, das als erstes Land zu Zwangsimpfunden schritt, kamen bessere Bilder von den Tumulten aus Spitälern in die Redaktionen…
Geni Hackmann
Ich widme diese unfertige Geschichte, die ich gerne in einem globalen Medienprojekt mit befreundeten alternativen Medien lanciert hätte, den zwei Millionen Kindern, die jährlich an Durchfall sterben und denen man mit einem Serum, das 132mal weniger kostet, als eine Packung Tamiflu, helfen könnte. Ich widme diese Geschichte den Bewohnern von La Gloria in Mexiko, wo der amerikanische Schweinekonzern «Smithfields Foods» eine gigantische Schweinezucht betreibt und von wo der H1N1-Virus, eine Laborkonstruktion, auf den Menschen übergriff.
3 Kommentare:
Ha!
Im Ernst gibt es aber gute Gründe, den Fischkonsum drastisch zu reduzieren, auf etwa einmal pro Monat. Andernfalls könnte uns der Fisch ausgehen, bevor wir überhaupt die Grippe kriegen…
Billo HP. Studer
14:58
Glanzidee, ein fish-flu-friendly Sortiment einzuführen. Aber eine Gratwanderung zwischen Sarkasmus und Unglaubwürdigkeit.
Mal schauen, ob sich die Geschichte weiterspinnen lässt? es bräuchte schon noch ein paar halbklare Evidenzen und vor allem weitere “Quellen” zum Ausbau. Wirklich plagen würde mich als quasi-Abstinenten ja nur, wenn meine Bodesee-Felchen auch betroffen wäre.
hansueli stettler
11:39
suuper story i hamr scho es hemd welle mache, mitem fischgrippe ufdruck zum uf das unglaublich witzige in dene märli ufmerksam zmache.. i hami kaputt glache woni das wort “fischgrippe” gläse ha. nun jetzt bini eher voll drby das ernschthaft all mine berkannte und verwannte als wahr zu verkaufe…wievil glaubes ächtsch?
joya
23:38